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Herzlich willkommen auf der Internetseite der SPD Schotten!

 

drinkuth_11.jpgSchön, dass Sie die Homepage der SPD Schotten besuchen.

Wir wollen das Internet nutzen, um interessierten Bürgerinnen und Bürgern, Freunden und unseren Mitgliedern unsere Arbeit zu präsentieren. Es würde mich freuen, mit Ihnen Dialoge zu allen Fragen der Politik zu führen. Uns ist der direkte, enge Kontakt zu den Bürgerinnen und Bürgern wichtig. Sie sind deshalb recht herzlich eingeladen, Anregungen, Wünsche und auch Kritik in unsere Arbeit einfließen zu lassen.

Mit den besten Grüßen

Dr. Andreas Drinkuth
1. Vorsitzender

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Bevölkerungsverlust und seine Folgen
Aktuelles

Auch Schotten ist betroffen - Podiumsdiskussion auf Einladung der SPD zum demografischen Niedergang

(em). Mit der Vorstellung der Studie „Zukunft der Dörfer - Zwischen Stabilität und demografischem Niedergang“ hatte die SPD Schotten ein brisantes Thema aufgegriffen, rund 60 Zuhörer waren dazu ins Dietrich-Bonhoeffer-Haus gekommen.

zukunft_doerfer.jpg Moderator Andreas Drinkuth mit Maren Heincke und Susanne Schaab auf dem Podium. Auch die Zuhörer schalteten sich in die lebhafte Diskussion ein. Foto: Maresch Der Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Schotten, Dr. Andreas Drinkuth, konnte als Referentin Dr. Maren Heincke (zuständig für Fragen des ländlichen Raumes in der Evangelischen Kirche Hessen-Nassau) und Bürgermeisterin Susanne Schaab als ihre Diskussionspartner begrüßen.

Schlaglichtartig führte Drinkuth ins Thema. Schotten hat derzeit 10800 Einwohner, die Prognosen für das Jahr 2030 gehen von etwa 9400 Bürgern mit einem deutlich höheren Altersdurchschnitt als heute aus. So werde die besonders produktive Bevölkerungsgruppe zwischen 25 bis 45 Jahren noch deutlich zurückgehen.

Einschneidende Folgen des Bevölkerungsverlustes seien abzusehen: Abwanderung, Verfall der Immobilienpreise, Ausdünnen der Nahversorgung im Vergleich zu den Leistungen in Ballungsräumen, damit genaugenommen ein Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz - da bleibt tatsächlich nur Drinkuths Frage „Was tun?“

Maren Heincke konnte mit der Vorstellung der Studie von einer Grundlage exakter Daten ausgehen. Im Auftrag der Stiftung Schloss Ettersburg vom Berlin-Institut durchgeführt, wurden demografisch-strukturelle Entwicklungen in Orten mit weniger als 500 Einwohnern des Vogelsbergkreises und des thüringischen Kreises Greiz beschrieben.
Mehrere Faktoren flossen in die Bewertung ein: die Einwohnerentwicklung der letzten fünf Jahre, die Altersstruktur, bürgerschaftliches Engagement vor Ort, insbesondere Vereine, Immobilienleerstände im Ortskern sowie Fahrzeit und Verkehrsanbindung zum nächsten Oberzentrum.

Die gewonnenen Daten flossen in Kreiskarten ein, in denen die Orte je nach Bevölkerungsverlust in unterschiedlichen Farben eingezeichnet waren. Daraus wurde ein Ranking entwickelt, mehr noch ein „Frühwarnsystem“, denn negative Faktoren können sich in einer Abwärtsspirale gegenseitig verstärken. Ein Ortskern mit leeren, immer schäbiger werdenden Häusern, das Erlöschen von Vereins- und Gemeinschaftsaktivitäten, die Reduzierung des ÖPNV wird kaum potentielle Zuzugswünsche verstärken.

Maren Heincke: „Die geografische Lage bestimmt die demografische Lage“ - großer Abstand zu den Ballungsräumen, ihrer wirtschaftlichen Intensität und ihren Arbeitsplätzen, ist nicht leicht auszugleichen. Im Vogelsbergkreis sind 36 von 100 Arbeitnehmern Pendler. Allerdings verwies Heincke auf Beispiele aus Bayern und England, wo eine langfristige dezentrale Arbeitsplatzförderung die Strukturen im ländlichen Raum gestärkt hat und es Landkreise mit einer Arbeitslosenquote von zwei Prozent geben soll.
Ganz klar bezog die Referentin Position für das Ziel „Vielseitiges Engagement in stabile Dörfer“. Es müsse eine intelligente, die Lasten teilende Kooperation zwischen Stadt und Land geben, auch auf der konkreten Ebene des Finanzausgleichs. Heincke setzte hinzu: „Allerdings zielorientiert, kein Gießkannenprinzip!“

Lebhaft war dann die von Drinkuth moderierte Diskussion „Wo steht Schotten?“, im direkten Gespräch zwischen Zuhörern, der Referentin und der Bürgermeisterin. Die schwierigen Aufgaben einer Flächengemeinde, die allein 250 Kilometer Wasser- und Abwassernetz zu unterhalten hat, sprach Susanne Schaab offen an. Bürger kritisierten den „praktisch gar nicht mehr vorhandene öffentlichen Nahverkehr“.

Allgemeine Zustimmung fand das Fazit des Ur-Schotteners Hans Richard Pröscher „Wir haben so viel Schönes hier - aber zu wenig bekannt!“ und das Votum des Stadtverordneten Hans Dieter Herget: „Bei aller Verpflichtung zu technisch effizientem, sparsamen Wirtschaften: Bürger haben das Recht, Solidarität einzufordern!“

Das deckte sich mit der Aussage der Bürgermeisterin: „Die Lobbyisten in den entscheidenden Gremien kommen aus den Ballungsräumen!“ So steht unter den veränderbaren Faktoren zur Stabilisierung des ländlichen Raumes das bürgerschaftliche Engagement obenan - verbunden mit den Blick auf übertragbare Modelle.
Und so nannte Heincke etwa ein Netz handybasierter Mitfahrgelegenheiten, die sich in der Eifel bewährt haben.

Quelle: Kreisanzeiger 27.4. 2012

 
Bericht einer Fukushima-Augenzeugin
Aktuelles

„Plötzlich hatten alle Schutzhelme auf und krochen unter ihre Schreibtische“
Jiré Emine Gözen berichtet über das Erdbeben in Japan vor einem Jahr

Jiré Emine Gözen – promovierte Kulturwissenschaftlerin – erlebte das schreckliche Erdbeben und die dadurch ausgelöste Kernschmelze in gleich drei Atomreaktoren von Fukushima in Tokio. Auf Einladung des Vereins Erneuerbare Energien für Schotten (EES) und der  Schottener SPD berichtete sie über ihre damaligen Erfahrungen, die Ängste der Menschen
und wie die Atomkatastrophe Japan veränderte.

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SPD-Vorsitzender Dr. Andreas Drinkuth,
Bürgermeisterin Susanne Schaab,
Jiré Emine Gözen, EES-Vorsitzende
Dr. Jutta Kneißel

 „Zum Zeitpunkt des Erdbebens befand ich mich im 50. Stockwerk an der Spitze eines Hochhauses, wo ich eine Ausstellung vorbereitete“, erzählte Gözen. „Meine japanischen Kolleginnen und Kollegen hatten plötzlich alle Helme auf den Kopf, um sich vor herabfallenden Gegenständen
zu schützen. Wir krochen unter unsere Schreibtische. Das Beben dauerte sechs Minuten, eine Ewigkeit für uns. Das Hochhaus schwankte mit einem Ausschlag von 25 Metern. Es war wie auf einem Schiff im Sturm. Es folgten viele kleinere Nachbeben. Insgesamt verbrachten wir 18 Stunden in unseren Büros.“

Die Nachrichtenlage sei sehr rar gewesen. Die japanischen Medien hätten nur bruchstückhaft über die Folgen des Tsunami und das Ausmaß der Atomkatastrophe berichtet. Anders sei es bei tagesschau.de gewesen. So konnte sie ihre japanischen Kollegen informieren. Es gab die Angst, der radioaktive Fallout könne Tokio erreichen. Als Jiré Emine Gözen endlich
zurück in ihre Wohnung kam, ließ sie zuerst ihre Badewanne voll Wasser laufen, um bei einer Verseuchung des Trinkwassers eine Reserve zu haben. Ihr Versuch einen Lebensmittelvorrat anzulegen misslang. Die Regale in den Supermärkten waren bereits leergekauft. In den nächsten Tagen ließen alle größeren deutschen Firmen ihre Mitarbeiter ausfliegen, entweder in den Süden Japans oder gleich nach Deutschland. Die Flugtickets wurden stündlich teurer. Schweren Herzens und mit viel Schuldgefühlen gegenüber ihren japanischen Freunden flog auch die Referentin zurück nach Deutschland. Die hatten diesen Ausweg nicht. So wie es auch völlig illusorisch gewesen wäre, die 35 Millionen Einwohner von Tokio zu evakuieren, falls die Atomwolke die Stadt erreicht hätte.

Im Herbst 2011 kehrte Jiré Emine Gözen für einige Wochen nach Tokio zurück. Sie wollte ihre Wohnung auflösen und mit ihren japanischen Freunden sprechen. Das Leben in Tokio schien wieder normal zu laufen. Doch einiges hatte sich geändert, wie zum Beispiel die Herkunftsbezeichnung auf Lebensmitteln. Die Gegend um Fukushima ist landwirtschaftlich geprägt. Tokio erhält von dort Gemüse und Reis. Auf den Verpackungen stehe jetzt statt der früheren genauen Herkunftsbezeichnung „Fukushima“ nur noch der Hinweis „Mitteljapan“.

Mit einer Tierschutzorganisation, die sich um die zurückgelassenen Haustiere kümmert, konnte sie in das Sperrgebiet von Fukushima fahren. Bis zu 6000 Hunde und Katzen mussten in den Sperrzonen zurückbleiben. Viele Tiere verhungerten und verdursteten, weil sie angebunden waren. Keine Überlebenschance hatte das Vieh in den Ställen. Es krepierte elendig. Über allem lag der Aasgeruch der toten Tiere. Erstaunlich war jedoch, wie sich die Natur die Landschaft zurück erobert. Gözen zeigte wunderbare Bilder von Blumen und Katzen. Straßen und Häuser wuchsen allmählich zu. Der schöne Schein sei jedoch trügerisch. Die japanische Regierung spiele Ausmaß und Folgen der Atomkatastrophe herunter. Strahlenwerte bei Kindern würden gar nicht gemessen. Niemand wisse, ob das Schlimmste vorbei sei oder ob es noch bevorstehe. So lagerten alleine im Block 4 über 1.500 Brennstäbe mit einer Masse von rund 260 Tonnen.

Eines sei jedoch sicher: Erdbeben werde es zukünftig wieder geben – auch in Fukushima. Stärke und genauer Zeitpunkt seien jedoch nicht zu berechnen – wie beim Beben vom 11. März 2011.

Atomkatastrophen seien auch woanders möglich, so die EES-Vorsitzende Dr. Jutta Kneißel. So solle an der brasilianischen Atlantikküste ein neues AKW Angra 3 mit einer 20-jahre alten Technik gebaut werden. „Alles, was in Fukushima zur Katastrophe geführt hat, ist auch bei Angra 3 zu finden: falsche Annahmen, ein ungeeigneter Standort und eine veraltete Technik.
Das AKW liegt in einer erdrutschgefährdeten Region und in der Nähe einer Stadt mit mehr als 50.000 Einwohnern.“ Die Bundesregierung wolle für diesen Bau mit 1,3 Milliarden Euro bürgen. Das sei ein Skandal, der zeige, wie halbherzig die Energiewende betrieben werde. Die Alternative sei die dezentrale Energieerzeugung. Bürgermeisterin Susanne Schaab wies
abschließend auf die Bemühungen der Stadt hin, den Ausbau der erneuerbaren Energien voranzubringen. So werde noch im März eine Photovoltaikanlage auf dem Dach des Bauhofes installiert. Weitere Projekte seien angedacht.